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Classic Masters – Meisterschaft im historischen Rallyesport

Im Jahr 2004 gründeten Thomas Schäfer und Tobias Aichele die Meisterschaft im historischen Rallyesport. Ihnen zur Seite standen mit Jürgen Illig und Karlheinz Schott intime Kenner der Szene. Als Schirmherr der Meisterschaft konnte Aichele den zweifachen Rallye-Weltmeister Walter Röhrl und seinen damaliger Beifahrer Jochen Berger (gestorben im Jahr 2000) gewinnen. Die Classic Masters gehörte schnell zu den Motorsport-Prädikaten in der Oldtimer-Landschaft.

Jedes Jahr wurden rund zehn Veranstaltungen ausgewählt, die für den Classic Masters-Cup gewertet wurden. Davon die fünf besten Ergebnisse ergaben am Jahresende die Sieger in den Klassen „Vorkriegsfahrzeuge“ (1904 bis 1945) und Nachkriegsfahrzeuge (1946 bis 1982). Damit wurde eine Plattform geschaffen, auf der sportbegeisterte Fahrer historischer Fahrzeuge gemeinsam ihrem Hobby nachgehen und sich gegenseitig messen konnten. Die Classic Masters war aber auch eine Orientierungshilfe in der immer breiter gestreuten Veranstaltungslandschaft.

Bei der Auswahl der Veranstaltungen standen neben Qualitätsmerkmalen auch die geographische und zeitliche Verteilung der Veranstaltungen im Vordergrund. Damit versuchten die Organisatoren jedes Jahr einen schönen Querschnitt von Rallyes anbieten zu können. Die Bandbreite reichte von der Mehrtagestour mit rund 350 Kilometern pro Etappe bis zu Rundstrecken-Prüfungen mit zügigen Runden auf der Nürburgring-Nordschleife. Mit dazu zählten aber auch besonders sportliche Veranstaltungen wie die Coppa d´Europa, welche durch sechs Länder führt oder die Saar-Lor-Lux-Classique, welche von der Oldtimer-Abteilung des Automobil-Weltverbandes FIA den Status A erhalten hat. Dies war aber keinesfalls ein Freibrief für Raserei, im Gegenteil: Bei der Classic Masters wurden ausschließlich Gleichmäßigkeitsprüfungen gefahren. Es ging also nicht darum, Wertungsprüfungen so schnell wie möglich abzuspulen; gewertet wurden vielmehr die Abweichungen zu einer vorgegebenen oder auf Rennstrecken selbst gesetzten Sollzeit. Dabei gab es bekannte Ziele und geheime Messungen zur Überwachung von Durchschnittsgeschwindigkeiten. Die Besten der Besten fuhren im Hundertstel-Bereich.

Die letzte und neunte Veranstaltung war meist das Eifelrennen im September denen Jahres. Danach standen die Classic Masters fest. Michael Münzemaier sowie Monika und Karsten Wohlenberg gehörten stets zu den Siegesanwärten und konnten den Gewinn der Meisterschaft jeweils zweimal für sich verbuchen. Die Pokale für die Beifahrerwertung überreichten immer Rennfahrer-Legenden wie Jochen Berger, der die Sieger im Jahr 2009 ehrte. Jochen Mass ehrte die Sieger 2007, Gijs van Lennep und Kurt Ahrens die Sieger 2008.

Die Classic Masters setzte Trends: Nachdem in den letzten Jahren die Sanduhrklasse (es waren nur mechanische Stoppuhren und Wegstreckenzähler erlaubt) etabliert und forciert wurde, wurde die Meisterschaft im Jahr 2009 sogar nur noch unter Teilnehmern in der Sanduhrklasse ausgetragen. Erlaubt waren alle Arten von Uhren und Stoppuhren mit Analog- und Digitalanzeige (auch rückwärts laufend) und Funkuhren, ohne weitere Funktionen und Bedienungselemente. Erlaubt waren auch alle Wegstreckenzähler ohne LED- und LCD-Anzeige mit Ausnahme der nachfolgend aufgeführten Geräte: Elektronische Schnittüberwachungsgeräte beziehungsweise Schnittcomputer wie beispielsweise die Modelle. SpeedTable, Alphatrip und Zonda von Digitech; zur Schnittüberwachung einstellbare Tripmaster oder Durchschnittgeschwindigkeitsmesser wie beispielsweise die Ausführung SW-01 von Digitech und der Brantz Retrotrip 3 sowie Notebooks, Palmtops und auf GPS basierende Navigationsgeräte. Die Schnittüberwachung in der Sanduhrklasse erfolgt unter Verwendung von gedruckten Schnitttabellen. Mit dieser Neuerung waren sich die Veranstalter sicher, dass der Spaßfaktor bei der Ausübung dieses besonderen Hobbys wieder mehr in den Vordergrund rücken wird.

Während der Meisterschaft wurden Berichte und Zwischenergebnisse im Internet veröffentlicht, so dass vor jeder Rallye die Favoriten ausgemacht werden können. Die Teilnehmer wurden zudem über regelmäßige Newsletter über den Verlauf der Meisterschaft informiert.

Die Classic Masters wurde durch Sponsoren, Partnern und Medienpartnern unterstützt. Ohne tatkräftige Unterstützung wäre eine so anspruchsvolle Meisterschaft im historischen Rallyesport nicht durchführbar gewesen.